Die Seele wählt sich ihre eigene Gesellschaft —
dann — schließt sie die Tür —
ihrer göttlichen Mehrheit —
zeigt sich nicht mehr —
Unbewegt — bemerkt sie die Kutschen — die innehalten —
an ihrem niedrigen Tor —
unbewegt — mag ein Kaiser knien
auf ihrer Matte —
Ich habe sie gekannt — aus einem weiten Volk —
sie wählt Eine —
dann — schließt sie die Ventile ihrer Aufmerksamkeit —
wie Stein —
Original (en): “The Soul selects her own Society —
Then — shuts the Door —
To her divine Majority —
Present no more —
Unmoved — she notes the Chariots — pausing —
At her low Gate —
Unmoved — an Emperor be kneeling
Upon her Mat —
I've known her — from an ample nation —
Choose One —
Then — close the Valves of her attention —
Like Stone —” · eigene Übersetzung
Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J303 (Johnson-Zählung); um 1862 entstanden
Kann ich ein Herz vorm Brechen bewahren,
werde ich nicht umsonst gelebt haben;
kann ich einem Leben den Schmerz lindern,
oder eine Pein kühlen,
oder einem hinfälligen Rotkehlchen helfen
zurück in sein Nest,
werde ich nicht umsonst gelebt haben.
Original (en): “If I can stop one heart from breaking,
I shall not live in vain;
If I can ease one life the aching,
Or cool one pain,
Or help one fainting robin
Unto his nest again,
I shall not live in vain.” · eigene Übersetzung
Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J919 / Fr982, Section VI, veröffentlicht in Poems: Series One (1890)
Es gibt keine Fregatte wie ein Buch,
um uns in ferne Länder zu tragen,
noch Rösser wie eine Seite
tänzelnder Poesie.
Diese Reise kann selbst der Ärmste machen,
ohne die Last eines Zolls;
wie genügsam ist der Wagen,
der eine Menschenseele trägt!
Original (en): “There is no frigate like a book
To take us lands away,
Nor any coursers like a page
Of prancing poetry.
This traverse may the poorest take
Without oppress of toll;
How frugal is the chariot
That bears a human soul!” · eigene Übersetzung
Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J1263, veröffentlicht als "A Book", Section XVI, in Poems: Third Series (1896), S. 29
Mein Fluss läuft zu dir:
blaues Meer, willst du mich willkommen heißen?
Mein Fluss wartet auf Antwort.
Oh Meer, blicke gnädig!
Ich will dir Bäche bringen
aus verborgenen Winkeln, —
sag, Meer, nimm mich!
Original (en): “My river runs to thee:
Blue sea, wilt welcome me?
My river waits reply.
Oh sea, look graciously!
I'll fetch thee brooks
From spotted nooks,—
Say, sea, take me!” · eigene Übersetzung
Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J162, veröffentlicht als "The Outlet", Section XI, in Poems: Series One (1890)