Es gibt keine Fregatte wie ein Buch, um uns in ferne Länder zu tragen, noch Rösser wie eine Seite tänzelnder Poesie. Diese Reise kann selbst der Ärmste machen, ohne die Last eines Zolls; wie genügsam ist der Wagen, der eine Menschenseele trägt!

Original (en): “There is no frigate like a book To take us lands away, Nor any coursers like a page Of prancing poetry. This traverse may the poorest take Without oppress of toll; How frugal is the chariot That bears a human soul! · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J1263, veröffentlicht als "A Book", Section XVI, in Poems: Third Series (1896), S. 29
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Weitere Zitate von Emily Dickinson

Erfolg wird am süßesten geachtet von denen, die ihn nie erringen. Um einen Nektar zu begreifen, bedarf es bitterster Not. Keiner der ganzen purpurnen Schar, die heute die Fahne erobert hat, kann die Bedeutung des Sieges so klar bestimmen wie er, besiegt – sterbend – auf dessen verwehrtem Ohr die fernen Klänge des Triumphes zerrissen und klar erklingen.

Original (en): “Success is counted sweetest By those who ne'er succeed. To comprehend a nectar Requires sorest need. Not one of all the purple Host Who took the Flag today Can tell the definition So clear of victory As he defeated – dying – On whose forbidden ear The distant strains of triumph Burst agonized and clear. · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht Fr112; postum veröffentlicht in Poems: Series One (1890)
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Ein schmaler Geselle im Gras reitet gelegentlich vorbei; du bist ihm vielleicht begegnet, — nicht wahr? — sein Erscheinen ist jäh. Das Gras teilt sich wie von einem Kamm, ein gesprenkelter Schaft wird sichtbar; dann schließt es sich zu deinen Füßen und öffnet sich weiter vorn. Er mag einen sumpfigen Grund, einen Boden, zu kühl fürs Korn. Doch als Kind, barfuß, hab ich mehr als einmal, am Morgen, geglaubt, eine Peitschenschnur löse sich auf in der Sonne, — als ich mich bückte, sie zu greifen, ringelte sie sich und war fort. Manche von der Natur Geschöpfe kenne ich, und sie kennen mich; ich empfinde für sie eine herzliche Zuneigung; doch diesem Gesellen begegnet, allein oder in Gesellschaft, nie ohne knapperen Atem und Kälte bis auf die Knochen.

Original (en): “A NARROW fellow in the grass Occasionally rides; You may have met him,—did you not, His notice sudden is. The grass divides as with a comb, A spotted shaft is seen; And then it closes at your feet And opens further on. He likes a boggy acre, A floor too cool for corn. Yet when a child, and barefoot, I more than once, at morn, Have passed, I thought, a whip-lash Unbraiding in the sun,— When, stooping to secure it, It wrinkled, and was gone. Several of nature's people I know, and they know me; I feel for them a transport Of cordiality; But never met this fellow, Attended or alone, Without a tighter breathing, And zero at the bone. · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J986 / Fr1096, veröffentlicht als "The Snake", Poems: Second Series (1891)
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„Hoffnung“ ist das Ding mit Federn – das in der Seele hockt – und die Melodie ohne Worte singt – und nie – ganz aufhört – Und am süßesten – im Sturm – ist sie zu hören – und heftig muss das Unwetter sein – das den kleinen Vogel verstören könnte, der so viele wärmte – Ich hörte sie im kältesten Land – und auf der fremdesten See – Doch – nie – in der größten Not – bat sie mich – um ein Krümchen.

Original (en): “"Hope" is the thing with feathers - That perches in the soul - And sings the tune without the words - And never stops - at all - And sweetest - in the Gale - is heard - And sore must be the storm - That could abash the little Bird That kept so many warm - I've heard it in the chillest land - And on the strangest Sea - Yet - never - in Extremity, It asked a crumb - of me. · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht Fr314 (Franklin-Zählung); zuerst veröffentlicht als "Hope" in Poems: Second Series (1891); Text nach Poetry Foundation / Franklin-Edition
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