Erfolg wird am süßesten geachtet
von denen, die ihn nie erringen.
Um einen Nektar zu begreifen,
bedarf es bitterster Not.
Keiner der ganzen purpurnen Schar,
die heute die Fahne erobert hat,
kann die Bedeutung des Sieges
so klar bestimmen
wie er, besiegt – sterbend –
auf dessen verwehrtem Ohr
die fernen Klänge des Triumphes
zerrissen und klar erklingen.
Original (en): “Success is counted sweetest
By those who ne'er succeed.
To comprehend a nectar
Requires sorest need.
Not one of all the purple Host
Who took the Flag today
Can tell the definition
So clear of victory
As he defeated – dying –
On whose forbidden ear
The distant strains of triumph
Burst agonized and clear.” · eigene Übersetzung
Ein schmaler Geselle im Gras
reitet gelegentlich vorbei;
du bist ihm vielleicht begegnet, — nicht wahr? —
sein Erscheinen ist jäh.
Das Gras teilt sich wie von einem Kamm,
ein gesprenkelter Schaft wird sichtbar;
dann schließt es sich zu deinen Füßen
und öffnet sich weiter vorn.
Er mag einen sumpfigen Grund,
einen Boden, zu kühl fürs Korn.
Doch als Kind, barfuß,
hab ich mehr als einmal, am Morgen,
geglaubt, eine Peitschenschnur
löse sich auf in der Sonne, —
als ich mich bückte, sie zu greifen,
ringelte sie sich und war fort.
Manche von der Natur Geschöpfe
kenne ich, und sie kennen mich;
ich empfinde für sie
eine herzliche Zuneigung;
doch diesem Gesellen begegnet,
allein oder in Gesellschaft,
nie ohne knapperen Atem
und Kälte bis auf die Knochen.
Original (en): “A NARROW fellow in the grass
Occasionally rides;
You may have met him,—did you not,
His notice sudden is.
The grass divides as with a comb,
A spotted shaft is seen;
And then it closes at your feet
And opens further on.
He likes a boggy acre,
A floor too cool for corn.
Yet when a child, and barefoot,
I more than once, at morn,
Have passed, I thought, a whip-lash
Unbraiding in the sun,—
When, stooping to secure it,
It wrinkled, and was gone.
Several of nature's people
I know, and they know me;
I feel for them a transport
Of cordiality;
But never met this fellow,
Attended or alone,
Without a tighter breathing,
And zero at the bone.” · eigene Übersetzung
„Hoffnung“ ist das Ding mit Federn –
das in der Seele hockt –
und die Melodie ohne Worte singt –
und nie – ganz aufhört –
Und am süßesten – im Sturm – ist sie zu hören –
und heftig muss das Unwetter sein –
das den kleinen Vogel verstören könnte,
der so viele wärmte –
Ich hörte sie im kältesten Land –
und auf der fremdesten See –
Doch – nie – in der größten Not –
bat sie mich – um ein Krümchen.
Original (en): “"Hope" is the thing with feathers -
That perches in the soul -
And sings the tune without the words -
And never stops - at all -
And sweetest - in the Gale - is heard -
And sore must be the storm -
That could abash the little Bird
That kept so many warm -
I've heard it in the chillest land -
And on the strangest Sea -
Yet - never - in Extremity,
It asked a crumb - of me.” · eigene Übersetzung