Ein schmaler Geselle im Gras reitet gelegentlich vorbei; du bist ihm vielleicht begegnet, — nicht wahr? — sein Erscheinen ist jäh. Das Gras teilt sich wie von einem Kamm, ein gesprenkelter Schaft wird sichtbar; dann schließt es sich zu deinen Füßen und öffnet sich weiter vorn. Er mag einen sumpfigen Grund, einen Boden, zu kühl fürs Korn. Doch als Kind, barfuß, hab ich mehr als einmal, am Morgen, geglaubt, eine Peitschenschnur löse sich auf in der Sonne, — als ich mich bückte, sie zu greifen, ringelte sie sich und war fort. Manche von der Natur Geschöpfe kenne ich, und sie kennen mich; ich empfinde für sie eine herzliche Zuneigung; doch diesem Gesellen begegnet, allein oder in Gesellschaft, nie ohne knapperen Atem und Kälte bis auf die Knochen.

Original (en): “A NARROW fellow in the grass Occasionally rides; You may have met him,—did you not, His notice sudden is. The grass divides as with a comb, A spotted shaft is seen; And then it closes at your feet And opens further on. He likes a boggy acre, A floor too cool for corn. Yet when a child, and barefoot, I more than once, at morn, Have passed, I thought, a whip-lash Unbraiding in the sun,— When, stooping to secure it, It wrinkled, and was gone. Several of nature's people I know, and they know me; I feel for them a transport Of cordiality; But never met this fellow, Attended or alone, Without a tighter breathing, And zero at the bone. · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J986 / Fr1096, veröffentlicht als "The Snake", Poems: Second Series (1891)
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