Weil ich nicht anhalten konnte für den Tod – hielt er freundlich an für mich – die Kutsche fasste nur uns selbst – und die Unsterblichkeit. Wir fuhren langsam – er kannte keine Eile, und ich hatte beiseitegelegt meine Arbeit und auch meine Muße, für seine Höflichkeit – Wir kamen an der Schule vorbei, wo Kinder sich mühten in der Pause – im Kreis – wir kamen an Feldern von starrendem Korn vorbei – wir kamen an der untergehenden Sonne vorbei – Oder eher – er kam an uns vorbei – der Tau zog fröstelnd und kühl herauf – denn nur aus Gaze war mein Kleid – mein Umhang – nur aus Tüll – Wir hielten vor einem Haus, das schien eine Schwellung im Boden zu sein – das Dach war kaum zu sehen – das Gesims – im Erdreich – Seitdem – sind es Jahrhunderte – und doch fühlt es sich kürzer an als der Tag, an dem ich zuerst ahnte, dass die Köpfe der Pferde der Ewigkeit zugewandt waren –

Original (en): “Because I could not stop for Death — He kindly stopped for me — The Carriage held but just Ourselves — And Immortality. We slowly drove — He knew no haste And I had put away My labor and my leisure too, For His Civility — We passed the School, where Children strove At Recess — in the Ring — We passed the Fields of Gazing Grain — We passed the Setting Sun — Or rather — He passed Us — The Dews drew quivering and Chill — For only Gossamer, my Gown — My Tippet — only Tulle — We paused before a House that seemed A Swelling of the Ground — The Roof was scarcely visible — The Cornice — in the Ground — Since then — 'tis Centuries — and yet Feels shorter than the Day I first surmised the Horses' Heads Were toward Eternity — · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht Fr479 / J712; Erstveröffentlichung postum unter dem Titel "The Chariot" in Poems: Series One (1890); hier zitiert in originalgetreuer Fassung mit Gedankenstrichen
quotes123.org/zitat/1057

Weitere Zitate von Emily Dickinson

Es gibt keine Fregatte wie ein Buch, um uns in ferne Länder zu tragen, noch Rösser wie eine Seite tänzelnder Poesie. Diese Reise kann selbst der Ärmste machen, ohne die Last eines Zolls; wie genügsam ist der Wagen, der eine Menschenseele trägt!

Original (en): “There is no frigate like a book To take us lands away, Nor any coursers like a page Of prancing poetry. This traverse may the poorest take Without oppress of toll; How frugal is the chariot That bears a human soul! · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J1263, veröffentlicht als "A Book", Section XVI, in Poems: Third Series (1896), S. 29
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Die Seele wählt sich ihre eigene Gesellschaft — dann — schließt sie die Tür — ihrer göttlichen Mehrheit — zeigt sich nicht mehr — Unbewegt — bemerkt sie die Kutschen — die innehalten — an ihrem niedrigen Tor — unbewegt — mag ein Kaiser knien auf ihrer Matte — Ich habe sie gekannt — aus einem weiten Volk — sie wählt Eine — dann — schließt sie die Ventile ihrer Aufmerksamkeit — wie Stein —

Original (en): “The Soul selects her own Society — Then — shuts the Door — To her divine Majority — Present no more — Unmoved — she notes the Chariots — pausing — At her low Gate — Unmoved — an Emperor be kneeling Upon her Mat — I've known her — from an ample nation — Choose One — Then — close the Valves of her attention — Like Stone — · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J303 (Johnson-Zählung); um 1862 entstanden
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Mein Fluss läuft zu dir: blaues Meer, willst du mich willkommen heißen? Mein Fluss wartet auf Antwort. Oh Meer, blicke gnädig! Ich will dir Bäche bringen aus verborgenen Winkeln, — sag, Meer, nimm mich!

Original (en): “My river runs to thee: Blue sea, wilt welcome me? My river waits reply. Oh sea, look graciously! I'll fetch thee brooks From spotted nooks,— Say, sea, take me! · eigene Übersetzung

Emily DickinsonPrimärquelle: Gedicht J162, veröffentlicht als "The Outlet", Section XI, in Poems: Series One (1890)
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