Weil ich nicht anhalten konnte für den Tod –
hielt er freundlich an für mich –
die Kutsche fasste nur uns selbst –
und die Unsterblichkeit.
Wir fuhren langsam – er kannte keine Eile,
und ich hatte beiseitegelegt
meine Arbeit und auch meine Muße,
für seine Höflichkeit –
Wir kamen an der Schule vorbei, wo Kinder sich mühten
in der Pause – im Kreis –
wir kamen an Feldern von starrendem Korn vorbei –
wir kamen an der untergehenden Sonne vorbei –
Oder eher – er kam an uns vorbei –
der Tau zog fröstelnd und kühl herauf –
denn nur aus Gaze war mein Kleid –
mein Umhang – nur aus Tüll –
Wir hielten vor einem Haus, das schien
eine Schwellung im Boden zu sein –
das Dach war kaum zu sehen –
das Gesims – im Erdreich –
Seitdem – sind es Jahrhunderte – und doch
fühlt es sich kürzer an als der Tag,
an dem ich zuerst ahnte, dass die Köpfe der Pferde
der Ewigkeit zugewandt waren –
Original (en): “Because I could not stop for Death —
He kindly stopped for me —
The Carriage held but just Ourselves —
And Immortality.
We slowly drove — He knew no haste
And I had put away
My labor and my leisure too,
For His Civility —
We passed the School, where Children strove
At Recess — in the Ring —
We passed the Fields of Gazing Grain —
We passed the Setting Sun —
Or rather — He passed Us —
The Dews drew quivering and Chill —
For only Gossamer, my Gown —
My Tippet — only Tulle —
We paused before a House that seemed
A Swelling of the Ground —
The Roof was scarcely visible —
The Cornice — in the Ground —
Since then — 'tis Centuries — and yet
Feels shorter than the Day
I first surmised the Horses' Heads
Were toward Eternity —” · eigene Übersetzung
Ein schmaler Geselle im Gras
reitet gelegentlich vorbei;
du bist ihm vielleicht begegnet, — nicht wahr? —
sein Erscheinen ist jäh.
Das Gras teilt sich wie von einem Kamm,
ein gesprenkelter Schaft wird sichtbar;
dann schließt es sich zu deinen Füßen
und öffnet sich weiter vorn.
Er mag einen sumpfigen Grund,
einen Boden, zu kühl fürs Korn.
Doch als Kind, barfuß,
hab ich mehr als einmal, am Morgen,
geglaubt, eine Peitschenschnur
löse sich auf in der Sonne, —
als ich mich bückte, sie zu greifen,
ringelte sie sich und war fort.
Manche von der Natur Geschöpfe
kenne ich, und sie kennen mich;
ich empfinde für sie
eine herzliche Zuneigung;
doch diesem Gesellen begegnet,
allein oder in Gesellschaft,
nie ohne knapperen Atem
und Kälte bis auf die Knochen.
Original (en): “A NARROW fellow in the grass
Occasionally rides;
You may have met him,—did you not,
His notice sudden is.
The grass divides as with a comb,
A spotted shaft is seen;
And then it closes at your feet
And opens further on.
He likes a boggy acre,
A floor too cool for corn.
Yet when a child, and barefoot,
I more than once, at morn,
Have passed, I thought, a whip-lash
Unbraiding in the sun,—
When, stooping to secure it,
It wrinkled, and was gone.
Several of nature's people
I know, and they know me;
I feel for them a transport
Of cordiality;
But never met this fellow,
Attended or alone,
Without a tighter breathing,
And zero at the bone.” · eigene Übersetzung
Es gibt keine Fregatte wie ein Buch,
um uns in ferne Länder zu tragen,
noch Rösser wie eine Seite
tänzelnder Poesie.
Diese Reise kann selbst der Ärmste machen,
ohne die Last eines Zolls;
wie genügsam ist der Wagen,
der eine Menschenseele trägt!
Original (en): “There is no frigate like a book
To take us lands away,
Nor any coursers like a page
Of prancing poetry.
This traverse may the poorest take
Without oppress of toll;
How frugal is the chariot
That bears a human soul!” · eigene Übersetzung